Alternative Nachrichtenagenturen und der globale Süden (mit Leonie Wolters)
Was wir uns vorstellen, wenn wir von „der Welt“ sprechen, hängt stark von den Medien ab, die wir konsumieren – und das hat sich im Laufe der Zeit erheblich verändert.
In ihrem Forschungsprojekt nimmt ZZF-Historikerin Leonie Wolters zwei kleine Nachrichtenorganisationen unter die Lupe, die zwischen den 1960er und 1990er Jahren versuchten, das Bild der Welt in den Köpfen der Menschen durch eine grundlegende Umgestaltung der internationalen Nachrichtenindustrie zu verändern.
Diese Organisationen (Inter Press Service und Gemini News Service) entstanden in der Dekolonisationsära und setzten sich dafür ein, das Themenspektrum in der internationalen Berichterstattung zu erweitern und mehr Stimmen in den Weltnachrichten hörbar zu machen. Obwohl sie ihren Sitz im globalen Norden hatten, legten sie großen Wert darauf, die Perspektive des Südens in den Vordergrund zu stellen. Ihre Korrespondent*innen lieferten Nachrichtenmaterial an Zeitungen und Institutionen weltweit – in direkter Konkurrenz zu etablierten Agenturen mit kolonialer Vergangenheit, wie Reuters oder Havas/Agence France Presse.
Wolters untersucht in ihrem Projekt, inwiefern die anfängliche Hoffnung auf alternative Erzählweisen mit der Zeit nachließ und wie bestimmte Erzähl- und Arbeitsweisen in den Mainstream übernommen wurden – und dabei möglicherweise einen Teil ihres ursprünglichen transformativen Potenzials einbüßten.
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Quellen:
Inter Press Service
UN Report on N-energy skips safety issue / NAIROBI, Oct 4 (IPS-PTI), 1979
Tehran frees Iraqis / From IPS in Beirut, 1979
Gemini
Millions are on the run as Federals break through / by Richard Hall, São Tomé, 1971
Putting God above Ugandan politics / by Fred Mpanga, 1971
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