ZZF Podcast

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Krieg gegen die Ukraine

Krieg gegen die Ukraine

Der Krieg gegen die Ukraine lässt Menschen auf der ganzen Welt sorgenvoll die Nachrichten verfolgen. Die Versuche Putins, den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands zu begründen, haben Fragen aufgeworfen. Viele davon weisen in die Zeit der Sowjetunion zurück oder berühren die Geschichte ihrer Auflösung. In dieser Folge spüren wir dem komplexen Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine nach. Ein Gespräch mit Jan C. Behrends, Kateryna Chernii, Corinna Kuhr-Korolev und Evgen Zinger – auch über den Umgang mit einer Geschichte, deren Auswirkungen man plötzlich selbst brutal zu spüren bekommt.

Emergency Archiving in Ukraine

On February 24, Russia invaded Ukraine. The horrible attack abruptly changed the lives of millions of people. Many were displaced by the brutal war. Others decided to stay and provide humanitarian aid or to defend their country. Colleagues from the Center for Urban History in Lviv also chose not to leave. They are now documenting the war. Usually historians analyze the past, in Ukraine they are now preserving the present. In this podcast episode Natalia Otrishchenko, Taras Nazaruk, and Oleksandr Makhanets talk about their project »Testimonies from the War«, the concept of »emergency archiving« and how they explore new ways of oral history and visual history.

Energie – Sicherheit und Abhängigkeit

Seit Beginn des furchtbaren Kriegs gegen die Ukraine liest man oft von Energiesouveränität und Energiesicherheit. Denn die Diskussionen darüber, mit welchen Mitteln der Westen dem russischen Angriff begegnen könne, haben eines deutlich gezeigt: unsere Abhängigkeit von Erdgas und Erdöl. Dabei wissen wir schon seit Jahrzehnten, welche Gefahren eine solche Abhängigkeit mit sich bringt. Tim Schleinitz spricht mit ZZF-Historiker Henning Türk, wie es dennoch dazu kommen konnte.

Mit Diktaturen verhandeln?

Sollte ein demokratischer Staat wie die Bundesrepublik mit Diktaturen verhandeln? Sollten wir uns an Olympischen Spielen in China beteiligen oder Exporte einschränken? Unser Erdgas aus Russland beziehen? Solche Fragen sind brandaktuell und dennoch nicht neu. Schon im Kalten Krieg beschäftigte die Deutschen die Frage, ob eine Zusammenarbeit mit autokratischen Staaten legitim oder gar hilfreich ist, ob Kontakte bei Menschenrechtsverletzungen besser abzubrechen und Sanktionen nötig seien. Das galt nicht nur für die Ostpolitik. Frank Bösch erforscht, wie die Bundesrepublik in der Zeit der deutschen Teilung mit nicht-demokratischen Staaten umging, von Südkorea und Iran über Spanien und Griechenland bis hin zu Libyen und Chile. Ein Gespräch über Sanktionen, öffentliche Kritik und stillschweigende Kooperation.

Der Wert der Vergangenheit

Der Geschichte kommt heute große Bedeutung zu. Unzählige Ausstellungen, Bücher, Filme, Serien oder TV-Dokumentationen widmen sich historischen Ereignissen und Epochen. Doch nicht alles, was alt ist, erachten wir automatisch als wertvoll. Oft sind wir uns als Gesellschaft auch gar nicht darüber einig, was bewahrenswert ist oder erinnert werden soll. Hier in Potsdam gibt es deshalb immer wieder hitzige Debatten – zum Beispiel um die Garnisonkirche und das Rechenzentrum. Ein neuer Leibniz-Forschungsverbund erkundet nun, warum uns die Geschichte heute überhaupt so viel bedeutet und was wir uns von dem Blick zurück erhoffen. Ein Gespräch über den Wert der Vergangenheit mit Martin Sabrow, Achim Saupe, Katja Stopka und Anja Tack.

Krisenzeiten

»Ich krieg‘ die Krise!« rufen wir manchmal voller Verzweiflung, Ungeduld oder auch Wut. Dann haben wir das Gefühl, eine Situation kaum bewältigen zu können. Auch auf gesellschaftlicher Ebene gibt es solche Momente. Wenn wir zurückblicken, scheint es sogar, als würde seit Jahren eine Krise auf die andere folgen: Es gab Öl- und Energiekrisen, Wirtschaftskrisen, eine Bankenkrise, die Eurokrise, die Klimakrise und nun auch noch: die Corona-Krise. Doch was bedeutet eigentlich »Krise«? Wer entscheidet, wann eine Krise herrscht? Und was hat das zur Folge? Ein etwas anderer Jahresrückblick mit Rüdiger Graf.

Das Erbe des Kommunismus

Vor 30 Jahren hörte die Sowjetunion auf zu existieren. Wie stark war diese Zäsur in den verschiedenen Staaten Ostmitteleuropas spürbar? Das Verhältnis von Wandel und Kontinuität über 1989/1991 hinaus erforschen am ZZF Jan C. Behrends, Kateryna Chernii, Maren Francke und Corinna Kuhr-Korolev. Sie wollen vor allem wissen: Wie stark prägten alte Elite die neue Zeit? Welche Netzwerke wurden in den 1980er-Jahren geknüpft und verschafften ihren Mitgliedern auch noch in den 2000er-Jahren Vorteile? Ein Gespräch über russische Museen, ukrainischen Fußball, ungarische Studierendenwohnheime und die Erfolge neo-autoritärer Politik in den letzten Jahren.

Migrationsgeschichte

Vor 60 Jahren schloss die Bundesrepublik ein Anwerbeabkommen mit der Türkei. Auch nach West-Berlin kamen damals tausende »Gastarbeiter«: Die Zahl türkischer Staatsangehöriger wuchs zwischen 1961 und 1973 von 200 auf 80.000 – und erhöhte sich auch nach dem Anwerbestopp 1973 weiter. Welchen beruflichen Tätigkeiten gingen die Arbeitsmigrant*innen nach, welche Möglichkeiten standen ihnen offen und welche neuen Tätigkeitsfelder schufen sie für sich selbst? Ein Gespräch mit Stefan Zeppenfeld, der den Wandel türkischer Arbeitswelten in Berlin untersucht hat.

Popgeschichte

Was wir heute unter populärer Kultur verstehen, wurde noch bis in die 1950er-Jahre skandalisiert und kriminalisiert. Dann jedoch setzte ein Wandel ein, der zu einer Pluralisierung und Globalisierung von Lebensstilen führte – und zu einer Abgrenzung von der Hochkultur bürgerlicher Eliten. Heute interessiert sich auch die Geschichtswissenschaft für Pop bzw. für das Populäre. Doch was genau erforscht die Popgeschichte? Das wollte Tim Schleinitz von Nikolai Okunew, Tom Koltermann und Florian Völker wissen. Ein Gespräch über Kraftwerk, Formel Eins und die Puhdys.

Zeitgeschichte digital

»Digital ist besser« sang die Band Tocotronic bereits 1995. Heute recherchieren, präsentieren und diskutieren wir ganz selbstverständlich online. Immer mehr Historiker:innen publizieren auch im Internet, doch nur wenige forschen schon mit digitalen Methoden. Wird sich das in Zukunft ändern? Was macht die Digital History aus? Was genau bedeutet »Open Access«? Und was hat das ZZF anzubieten? Darüber sprechen in dieser Folge Christine Bartlitz, Jan-Holger Kirsch und Annette Schuhmann. Sie leiten die Redaktionen unter dem Dach von »Zeitgeschichte digital«.