ZZF Podcast

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Die lange Geschichte der "Wende"

Die lange Geschichte der "Wende"

Die Wende dauerte nicht nur einen Tag, eine Woche oder ein Jahr. Jedenfalls – so die Forschenden vom ZZF-Projekte zur "langen Wende" – lässt sich die historische Entwicklung besser verstehen, wenn man auf Alltagsphänomene in langfristiger Perspektive blickt.
Wie kann das gelingen und (wie) kann man die Erforschten mit einbeziehen? Darüber sprechen in dieser Folge gleich vier ForscherInnen mit Tim Schleinitz.

Frauen in Bewegung

In der öffentlichen Wahrnehmung ist das Thema "Arbeitsmigration" meist männlich konnotiert. Nur selten wird der Fokus auf Migrantinnen gelegt. Elisabeth Kimmerle hingegen erforscht in Dissertationsprojekt gezielt wie türkeistämmige Frauen sich in Deutschland organisierten, ihre Agency nutzten und transnationale Netzwerke formten und so auch die Entwicklung in der Türkeit beeinflussten.

Sonderfolge: Weihnachtslieder

Kurz vor Weihnachten sprechen wir mit dem Pop-Historiker Tom Koltermann über musikalische Traditionen, Weihnachten in der DDR und natürlich auch über George Michael.

Radikale Rechte in der Bundeswehr

Die Bundeswehr duldet offiziell keinen politischen Extremismus in ihren Reihen. Doch immer wieder geraten Einzelpersonen oder auch ganze Netzwerke in die Schlagzeilen. Allein im vergangenen Jahr ermittelte die Bundeswehr selbst in knapp 1.500 Fällen wegen eines Extremismus-Verdachts; 85 Prozent bezogen sich auf Rechtsextremismus. Dabei sind der Fall „Franco A.“, das „Hannibal“-Netzwerk oder die Probleme des KSK nicht nur ein Phänomen der Gegenwart. Jakob Saß untersucht die jahrzehntelangen Aktivitäten der radikalen Rechten in der Bundeswehr. Mit Janine Funke sprach er über den Begriff „radikale Rechte“, über Kontinuitäten nach 1945, den Umgang mit Antisemitismus und einen Vergleich mit der NVA.

Ostdeutsche Arbeitswelten im Umbruch

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert veränderte sich die Arbeitswelt fundamental. Dabei fallen einem schnell entsprechende Schlagworte ein: Digitalisierung, Automatisierung, Globalisierung… Aber fand eine solche Entwicklung auch in den sozialistischen Staaten statt? Ronny Grundig und Jessica Lindner-Elsner haben zu ostdeutschen Arbeitswelten im Umbruch geforscht. Tim Schleinitz sprach mit ihnen über das Arbeiten im Arbeiter- und Bauernstaat. Gab es wirklich keine Arbeitslosigkeit? Waren Frauen ihren männlichen Kollegen gleichgestellt? Wie gestaltete sich der Alltag der Arbeitsmigrant*innen aus Mozambique oder Kuba? Und wie entwickelten sich ostdeutsche Arbeitswelten nach 1989?

Wahrnehmungen des Islams

Bei dem Stichwort „Iran“ denken wir zurzeit vor allem an die vielen mutigen Frauen und Männer, die für Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben demonstrieren. Bis vor kurzem dominierten noch andere Bilder von Iran die Wahrnehmung in Deutschland. Alexander Konrad hat erforscht, wie sich die bundesdeutsche Vorstellung von Muslim*innen zwischen 1970 und 2000 verändert hat. Seine These: Die islamische Revolution, die 1979 in Iran stattfand, veränderte unser Islam-Bild dramatisch. Janine Funke sprach mit ihm über antimuslimischen Rassismus, die Rolle selbsternannter Experten und darüber, wie wichtig eine informierte und differenzierte Berichterstattung ist – damals wie heute.

Wissenschaft ermöglichen

Wie beginnt eigentlich ein Promotionsprojekt? Und was benötigen Historiker*innen, um forschen zu können? An jeder wissenschaftlichen Einrichtung arbeiten viele Menschen in administrativen Bereichen. Sie helfen bei Forschungsanträgen und der Verwaltung von Geldern, beschaffen Literatur, unterstützen die Planung von Archiv- und Vortragsreisen, organisieren Veranstaltungen, installieren Konferenztechnik, archivieren Forschungsdaten und vieles mehr. Wir werfen einen Blick hinter die Bühne und sprechen mit Lea Frese-Renner über das Arbeiten am ZZF. Sie ist Doktorandin und forscht zu digitalen Formen der Erinnerung an die DDR. Mit dieser Folge bedanken wir uns bei all jenen Kolleg*innen, die Forschung und Wissenschaftskommunikation möglich machen.

Krieg gegen die Ukraine

Der Krieg gegen die Ukraine lässt Menschen auf der ganzen Welt sorgenvoll die Nachrichten verfolgen. Die Versuche Putins, den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands zu begründen, haben Fragen aufgeworfen. Viele davon weisen in die Zeit der Sowjetunion zurück oder berühren die Geschichte ihrer Auflösung. In dieser Folge spüren wir dem komplexen Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine nach. Ein Gespräch mit Jan C. Behrends, Kateryna Chernii, Corinna Kuhr-Korolev und Evgen Zinger – auch über den Umgang mit einer Geschichte, deren Auswirkungen man plötzlich selbst brutal zu spüren bekommt.

Emergency Archiving in Ukraine

On February 24, Russia invaded Ukraine. The horrible attack abruptly changed the lives of millions of people. Many were displaced by the brutal war. Others decided to stay and provide humanitarian aid or to defend their country. Colleagues from the Center for Urban History in Lviv also chose not to leave. They are now documenting the war. Usually historians analyze the past, in Ukraine they are now preserving the present. In this podcast episode Natalia Otrishchenko, Taras Nazaruk, and Oleksandr Makhanets talk about their project »Testimonies from the War«, the concept of »emergency archiving« and how they explore new ways of oral history and visual history.

Energie – Sicherheit und Abhängigkeit

Seit Beginn des furchtbaren Kriegs gegen die Ukraine liest man oft von Energiesouveränität und Energiesicherheit. Denn die Diskussionen darüber, mit welchen Mitteln der Westen dem russischen Angriff begegnen könne, haben eines deutlich gezeigt: unsere Abhängigkeit von Erdgas und Erdöl. Dabei wissen wir schon seit Jahrzehnten, welche Gefahren eine solche Abhängigkeit mit sich bringt. Tim Schleinitz spricht mit ZZF-Historiker Henning Türk, wie es dennoch dazu kommen konnte.