00:00:02: Das sagen auch die Forscherinnen vom Leibniz Lab für gesellschaftliche Umbrüche und Transformationen.
00:00:25: Sie beschäftigen sich mit vergangenen Umbruchen, deren Auswirkungen auf die Gegenwart.
00:00:31: Und noch genauer damit, wie das spezifische Wissen über solche historischen Umbrüche ausgetauscht werden kann zwischen den Zeitzeuginnen der breiten Gesellschaft und den WissenschaftlerInnen.
00:00:43: Hallo!
00:00:44: Mein Name ist Tim Schleinitz und ich freue mich dass Sie – und dass Ihr eingeschaltet habt zu dieser Folge des ZZF Podcast.
00:00:51: Geschichtswissenschaftliche ForscherInnen geben alles um historisches Wissen zu generieren.
00:00:56: Am Ende stehen dann meistens ziemlich differenzierte Erkenntnisse, methodisch fundiert in Peer Reviews erhärtet und im Zweifelsfall auch widerlegbar.
00:01:05: Ein Riesenproblem ist aber oft – wie findet dieses Wissen jetzt seinen Weg in die Bevölkerung?
00:01:10: Und genau hier setzt das Leibniz Lab für gesellschaftliche Umbrüche- und Transformationen an!
00:01:15: Das Lab oder Laboratorium entwickelt vor allem verschiedene Formate der Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation Aber auch Moving Labs, also sich bewegende Laboratorien bei den Forscherinnen und Interessierte an historischen Orten zusammenkommen um sich auszutauschen.
00:01:32: Auch eine Wanderausstellung gibt es bald an verschiedenen Orten Deutschlands zu sehen.
00:01:36: Überall das kann ich jetzt sprechen mit den HistorikerInnen Julia Wigger und Hanno Hochmut vom Leibniz Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam oder kurz ZZF.
00:01:46: Hanno ist wissenschaftlicher Referent am ZZF und Projektleiter des Leibniz Labs.
00:01:51: Und Julia ist für die Wanderaustellung zuständig, die ab November, zwei tausend sechsundzwanzig gezeigt wird.
00:01:57: Und weil das ein ziemlich komplexer Name ist – Leibnetz Lab für gesellschaftliche Umbrüche und Transformationen – möchte ich von den beiden erst mal wissen was es damit eigentlich auf sich hat?
00:02:07: Wofür stehen also ersten Slipnitz, zweiten Slap und drittens gesellschaftlich umbrüchen und transformationen?
00:02:15: Vielleicht fangen wir mal mit dem Leibniz an.
00:02:17: Was hat es denn damit auf sich?
00:02:18: Der Keks wird's ja wohl nicht sein.
00:02:19: Richtig, der Keks ist das nicht!
00:02:21: Es ist die Leibnetz-Gemeinschaft und die kann man vielleicht am besten erklären mit Blick auf die vier großen Wissenschaftsorganisationen in Deutschland, die man alle schonmal irgendwie gehört hat.
00:02:32: Man hat die Max Planck Gesellschaft gehört, die Helmholtz Gemeinschaft, die Fraunhoferinstitute Einrichtungen gesteht.
00:02:48: Manche davon kennt man sehr gut, wie das Museum für Naturkunde oder auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung abends in den Tagesthemen.
00:02:56: Aber es gibt viele andere Institute die Mitglied der Leibniz Gemeinschaft sind und das bedeutet im Klartext dass sie vom Bund von den sechzehn Ländern finanziert werden damit sie Grundlagen Forschung machen können aber ihr wissen in die Gesellschaft tragen.
00:03:15: Und das andere besondere Merkmal der Leibniz Gemeinschaft ist, dass sie sehr, sehr breit aufgestellt ist wie zum Beispiel sind als Historikerinnen in der Sektion A. da sind die Bildungs- und Geisteswissenschaften drin aber es geht dann über die Sozial- und Raumwissenschafte und die Lebenswissenschaft bis hin zu den Ingenieurs und Materialwissenschaft.
00:03:36: Die Leib nitzgemeinschaft is also sehr groß und sehr vielfältig.
00:03:41: Ja, so klingt das auf jeden Fall.
00:03:42: Also wenn ich mir vorstelle Historikerinnen auch mit Naturwissenschaftlern zusammen.
00:03:46: da gibt es bestimmt auch interessante Begegnungen was Begriffe und Sichtweisen betrifft.
00:03:51: Was sind die Institute wo ihr euch vielleicht am Anfang so gedacht habt Mensch ob das mal zusammen passt?
00:03:56: Na, wir haben zum Beispiel das Lungenforschungsinstitut in Borstel mit an Bord und da würden sich normalerweise zu uns historischen Instituten nicht so wahnsinnig viele Schnittmengen so ergeben.
00:04:09: Aber da ist ja Bergbau ein gutes Beispiel weil sich das Lungenforschensinstitute auch mit Lungenschäden aufgrund von Bergbau also von groben Arbeitern und so weiter befasst und deswegen ist es dort auch interessant eine lebenswissenschaftliche Perspektive mit aufzunehmen, dass selbe geht auch ganz grundsätzlich für die Herausforderung des Klimawandels und die sozial-ökologische Transformation.
00:04:34: Deswegen ist es sinnvoll und toll, dass diese Institute dabei sind.
00:04:40: Im Wesentlichen konzentrieren sich die Institute und Einrichtungen, die in unserem Lab partizipieren Sozialwissenschaften, aber auch dort ist es schon eine Herausforderung miteinander in den Dialog zu kommen.
00:04:54: Das praktizieren wir übrigens fast täglich, denn wir koordinieren und leiten das Institut ja nicht alleine sondern zusammen mit dem Leibniz-Institut für Länderkunde, dem IFL in Leipzig – und das sind Geographen!
00:05:08: Humangeographen.
00:05:09: Und das ist ganz spannend, wie wir dort in unseren vielen Meetings die wir haben und bei den gegenseitigen Besuchern und Klausuren, die wir veranstalten, als ganz unterschiedliche Disziplinen da miteinander ins Gespräch kommen.
00:05:25: Das heißt, da praktizieren wir das eigentlich ständig, weil wir ja auch unsere Formate – und sie sind hier angesprochen worden – das ist die Ausstellung Online-Angebote, vereinige Social Media Angebote und so, weil wir das alles im gegenseitigen Austausch entwickeln.
00:05:42: Lass uns doch mal nochmal weitergehen!
00:05:44: Jetzt haben wir das Live-Netz geklärt, vielleicht mal weiter zum Lab?
00:05:47: Ein Lab, Laboratorium, da denke ich auch ein bisschen an naturwissenschaftliche Experimente, vielleicht Chemie oder sowas... Das ist jetzt nur aber nicht was ihr dort macht,
00:05:56: oder?!
00:05:57: Die Leibniz Labs sind ein neues Format von der Leib niz Gesellschaft, die im Jahr ist.
00:06:03: Es gibt drei Labs, die dazu beitragen sollen dass sich auch die Leib Niz Institute untereinander mehr miteinander vernetzen und ihre Forschung bündeln können und auch in die Öffentlichkeit tragen.
00:06:16: Und in diesem Zuge sind drei sogenannte Leibniz Labs entstanden, es gibt einmal ein Lab das nennt sich Pandemic Preparedness.
00:06:24: Das beschäftigt sich mit der Frage wie wir uns auf zukünftige Pandemie vorbereiten können.
00:06:29: Es gibt das Leibniz Lab systemische Nachhaltigkeit, die sich fragen wie wir Biodiversität und Klima effektiv schützen können und gleichzeitig für eine stabile Landwirtschaft sorgen können.
00:06:41: Und es gibt eben unser Lab – das Lab gesellschaftliche Umbrüche und Transformationen.
00:06:46: Ja, das sind ja eigentlich ziemlich große Themen oder so ziemlich drängende gesellschaftliche Fragen die zumindest gerade viel diskutiert werden.
00:06:52: Also Pandemien ist jetzt ein bisschen in den Hintergrund getreten auch wenn es immer wieder aufflammt und es natürlich der Corona sehr präsent.
00:06:58: Nachhaltigkeit sowieso und jetzt eben Transformationen.
00:07:01: Das scheint sich ganz gut einzureihen oder?
00:07:03: Es ist schon ein aktuelles Thema!
00:07:05: Ja, das ist der Punkt auch warum diese Labs unter vielen anderen die sich da beworben hatten.
00:07:10: Auch ausgewählt wurden weil sie gesellschaftlich drängende Fragen beantworten und dabei so Handlungs- und Orientierungswissen auch geben sollen.
00:07:22: Grundsätzlich sind diese Labs nicht in erster Linie Forschungsverbünde, das gibt es ja auch in der Leibniz Gemeinschaft zum Beispiel.
00:07:30: Auch hier bei uns am Haus geleitet den Forschungsverbund Wert der Vergangenheit.
00:07:36: aber wie der Name Forschungs-Verbund sagt geht's da eher um Forschung.
00:07:38: und bei diesen Labs, wie Juja das gerade schon gesagt hat geht es eher darum, dass Wissen auf innovative ja vielleicht laborhafte Art und Weise zusammengetragen.
00:07:50: Und dann vor allen Dingen auch in die Gesellschaft getragen wird.
00:07:53: Ist das denn so, dass dieses Lab sozusagen das übernimmt für die Wissenschaftlerinnen?
00:08:00: Ich würde sagen wir machen es nicht für die Wissenschaftlerin sondern in Ergänzung Und bei uns im Lab sind ja achtundzwanzig Leibniz-Institute unter unserem Schirm zusammengefasst, die wie gesagt alle zu gesellschaftlichen Umbrüchen.
00:08:16: und Transformationen arbeiten.
00:08:18: Und wir haben ganz unterschiedliche Arbeitspakete, wie wir quasi schrittweise vorgehen und auch mit unterschiedlichen Formaten dann versuchen in die Öffentlichkeit zu wirken.
00:08:27: Also wir haben zwei Kollegen Jörn Knobloch und Tillmann Siebeneichner, die für die Wissensynthese verantwortlich sind.
00:08:35: ihre Aufgabe ist es überhaupt erst mal das Wissen zusammenzutragen dass in den unterschiedlichen Leibniz Instituten vorhanden ist zur gesellschaftlichen Umbrüchen- und Transformation eine Synthese zu erstellen.
00:08:47: Und das ist natürlich auch die Grundlage dafür, dass die anderen Arbeitspakete, die stärker transferorientiert sind arbeiten können.
00:08:54: Wir haben zum Beispiel eine Kollegin Leonie Bayer-Lindy für Social Media und die Website zuständig ist und so in den öffentlichen Raum wirkt.
00:09:03: Wir habe eine Kollegin Karolin Kerver.
00:09:06: die Veranstaltung macht unsere sogenannten Moving Labs Und ich bin bei uns im Projekt dafür zuständig, eine Wanderausstellung zu organisieren und zu kuratieren.
00:09:15: Und so versuchen wir eben in die Gesellschaft zu wirken.
00:09:18: aber ich würde nicht sagen dass das bedeutet, dass die Personen, die tatsächlich forschen keine Wissenschaftskommunikation mehr machen können sondern ich glaube einfach nur, dass wir eine Ergänzung sind und natürlich mit der personellen und auch institutionellen Zusammenkunft eben nochmal ein bisschen stärker sichtbar sind als vielleicht eine Einzelperson, die versucht in die Öffentlichkeit zu wirken.
00:09:41: Wenn ich das kurz ergänze, dafür haben hierfür auch oder wir sind sehr dankbar, auch substanziell Mittel von drei Millionen Euro für drei Jahre bekommen, die uns erst in die Lage versetzen einen solches Angebot zu machen.
00:09:55: Denn natürlich gibt es insgesamt in der Leibniz Gemeinschaft und auch für alle Institute Doppel Anforderung einerseits exzellente Grundlagenforschung zu machen und andererseits dieses Wissen aber auch in die Gesellschaft zu tragen.
00:10:11: Und zwar nicht nur in eine Richtung, sondern auch aus der Gesellschaft wiederum das aufzunehmen also eigentlich in beide Richtungen.
00:10:17: Das ist ganz wichtig und das wird auch überall so gefordert und es wird ja auch vielfach so gemacht.
00:10:23: Das is' aber nicht einfach und dass ist auch sehr kostenintensiv.
00:10:27: und umso wichtiger ist es, dass durch dieses Leibniz Lab Nicht nur diese Institute miteinander vernetzt werden, sondern dass diese Stellen und Joja hat die gerade auch schon ein bisschen genannt.
00:10:38: Dass sie geschaffen worden sind, dass die eingerichtet werden können, die die Zeit haben dieses Wissen zusammenzutragen und diese innovativen Formate des Transfers in die Gesellschaft auch auszuprobieren.
00:10:50: Denn auf der einen Seite diese Ideen zu haben ist das eine aber auf der anderen Seite die auch umsetzen zu können Ist es das andere.
00:10:57: Und das geht eben nur über diese Leibniz Labs.
00:11:01: Also die Ideen wie zum Beispiel dann Vorträge zu machen, andere Formate auf die wir noch mal zur Sprechen kommen, Vorführungen Gesprächsangebote und so weiter.
00:11:09: So was meinst du jetzt konkret?
00:11:11: Bevor wir da dann mal weitereingehen nochmal halt das jetzt fertigmachen unsere Analyse dieses Titels des Labs nämlich also Leibniz Lab für gesellschaftliche Umbrüche und Transformation.
00:11:23: leben wir denn eigentlich in Zeiten des Umbruchs gerade?
00:11:26: nehmt ihr dasselbe so wahr?
00:11:28: also ich meine Es wird natürlich viel darüber gesprochen, aber würdet ihr das selbst auch so sehen?
00:11:34: Ja absolut.
00:11:35: Wir leben in Zeiten des Umbruchs und alle Menschen leben immer an Zeiten des umbruchs.
00:11:40: also es gibt natürlich die Binsen weiß halt dass jede Generation für sich das auch als große Herausforderung und Erzeiten des Umbros wahrnimmt.
00:11:50: Aber ich glaube jetzt haben wir gerade eine Bestäunigung von Umbrüchen Und eine Überlagerung auch durch multiple Krisen die wir haben und ganz besondere gesellschaftliche Herausforderungen.
00:12:03: Das wird kaum jemand bestreiten, also insofern ja total!
00:12:07: Wir leben in Zeiten des Umbruchs und auch gesellschaftlicher Zareisproben und das ist vielleicht tatsächlich gerade nicht nur more of the same wie es immer ist sondern in einem ganz besonders starken Maße zu sehen.
00:12:22: Ich denke mal ihr habt ja wahrscheinlich... Ihr seid Historikerinnen von Hause aus eher historischen Blick darauf.
00:12:27: Vielleicht könnt ihr mehr mal sagen, wie ihr das denn eigentlich definiert mit was ihr euch dann dort eigentlich beschäftigt.
00:12:33: und wie du schon sagtest Hanno da sind ja ganz viele verschiedene Zugriffe jetzt darauf.
00:12:39: also du hast genannt auch irgendwie Raumwissenschaftler in bis hin zu naturwissenschaftlichen Perspektiven.
00:12:44: gibt's denn da eigentlich auch ich sag mal Transfer- oder Verständnisprobleme?
00:12:49: schon von Wissenschaftlerin zu Wissenschaftler sage ich mal?
00:12:53: Ohja Die gibt es auf jeden Fall.
00:12:55: Wir sprechen zum Teil ganz unterschiedliche Sprachen und deswegen ist es umso wichtiger, dass wir über dieses Lab in Stande gesetzt werden, das wir auch miteinander sprechen.
00:13:07: denn alleine schon die Geisteswissenschaften zu denen wir Historikerinnen ja im Wesentlichen so gehören und die Sozial-Wissenschaften sprechen vielfach eine andere Sprache übrigens auch was die Publikation betrifft weil die Sozial Wissenschaften fast ausschließlich auf Englisch publizieren und in den Geisteswissenschaften deutsche Publikation noch sehr stark vertreten sind.
00:13:29: Und das sieht man auch an den beiden Leitbegriffen unseres Laps, wir Historikerinnen sprechen vielfach von Umbrüchen allein wenn wir zum Beispiel an den Umbruch von neunzehnhundert achtzig neunzig denken.
00:13:42: In den Sozialwissenschaftens ist dagegen der Begriff der Transformation viel stärker verbreitet.
00:13:49: Beides meint nicht zwingend dasselbe, sodass wir auch klare Eingrenzen mussten definieren mussten.
00:13:54: Worüber sprechen wir hier eigentlich?
00:13:55: Was ist unser gemeinsamer Nenner zwischen all diesen Instituten?
00:13:59: und deswegen haben wir das gesellschaftliche davor gesetzt und man könnte sich ja auch überall möglich eine andere Transformation unterhalten, die nichts mit Gesellschaft zu tun haben.
00:14:09: Also wir blicken auf gesellschaftliche Umbrüche und Transformationen und da gucken wir zum Beispiel auf den Strukturwandel seit dem siebziger Jahren der mit einer neuen Phase der Globalisierung einher ging.
00:14:22: dann gucken wir zweitens natürlich in einem ganz starken Maße auf den Umbruch von neunzehntneuenachtzig-neunzig.
00:14:28: was hat sich vor allen Dingen im Postsozialismus Gesellschaften verändert.
00:14:32: Dafür wird ja auch oft der Begriff Transformation verwendet.
00:14:36: und dann gucken wir aber auf gegenwärtige Transformation, die sozial-ökologische Transformation im Zeichen des Klimawandels, aber auch sehr stark auf die Digitalisierung.
00:14:47: Und das sind so vielleicht drei große Wegmarken und Eckpfeiler unseres Labs damit wir nicht alles machen.
00:14:55: Insofern ist es schon eingegrenzt Zugriff vor allen Dingen auf gesellschaftliche Umbrüche und Transformationen.
00:15:05: Ja Julia, was ist dir da denn vielleicht auch begegnet an irgendwie anderen Perspektiven in dieser internen Wissenschaftskommunikation?
00:15:12: Also du hast ja dann dich vielleicht auch schon mit den von Hannu genannten Umbrichen seit neunundachtzig-neinzig oder den Transformation der Globalisierung, der Digitalisierung beschäftigt als Historikerin.
00:15:22: Und jetzt hast du da auf einmal vielleicht eine Naturwissenschaftlerin oder eine Soziologin zu sitzen die mit dir darüber spricht.
00:15:28: Was ist die denn da irgendwie begegnet?
00:15:30: Für mich ist natürlich auch das Spannende, wie auch die Gesellschaft diesen Begriff wahrnimmt.
00:15:35: Weil die Ausstellung sicher ganz explizit an die Öffentlichkeit richtet.
00:15:39: Und das Bundeskanzleramt hat vor einigen Jahren eine Umfrage in Auftrag gegeben und hat danach gefragt, was die Leute unter den Begriff Transformationen verstehen.
00:15:47: Was sie damit verbinden?
00:15:49: Dabei ist rausgekommen dass ganz viele Leute gar nicht so richtig etwas mit diesem Begriff anfangen können oder ihn so ganz lose mit Veränderungen in Verbindung bringen.
00:15:58: Das heißt für die Ausstellung verzichten wir sogar komplett darauf den Begriff Transformation zu verwenden weil er ebenso doch in der Öffentlichkeit eher sehr diffus und schillernd ist, für sehr viele Dinge gebraucht wird.
00:16:11: Und gleichzeitig auch weil es natürlich auch verschiedene Gruppen gibt die negative Erfahrungen mit Transformationsprozessen gemacht haben teilweise natürlich auch stark abgelehnt wird und auch sehr stark polarisiert.
00:16:22: Deswegen ist das zum Beispiel für mich für die Ausstellung nochmal eine spannende zusätzliche Perspektive gewesen auch zu gucken wie wird der Begriff eigentlich in der öffentlichkeit in der Gesellschaft wahrgenommen?
00:16:33: Übrigens ist der Transformationsbegriff auch in der Geschichtswissenschaft alles andere als ohne Bestritten.
00:16:38: Wir haben auch Kollegen und Kolleginnen hier am Haus, am Institut, am ZDF die den ganz dezidiert ablehnen und sagen das es eigentlich ein politischer Propaganda Begriff des Neoliberalismus der neunziger Jahre, der im Prinzip davon ausging jetzt nach neunzehnundachtzig-neunzig steuern alle Gesellschaften in Ost-, Mittel-, Europa und Osteuropa auf das westliche Ideal.
00:17:02: so und dieser Prozess, der dann auch zu einem erfolgreichen Ende gewissermaßen der Westernisierung kommt, der wird Transformation genannt.
00:17:11: Und so wurde das übrigens auch zeitgenössisch von den Sozialwissenschaftlern auch bezeichnet und auch begleitet.
00:17:19: Deswegen sagen manche Historikerinnen wir sollten in unserer Analyse dieser Prozesse der neunziger Jahre und darüber hinaus diesen Begriff ganz dezidiert nicht verwenden, damit wir nicht sozusagen die ganze teleologische Aufladung also das neoliberale Programm der Angleichung an den Westen, dass wir das nicht übernehmen ohne richtig darüber nachzudenken.
00:17:46: Aber wir verstehen unser Lab auch als Nachdenken über diese Begriffe und deswegen verwenden wir auch Transformationen um ihn kritisch zu reflektieren.
00:17:59: Und dasselbe gilt auch für die vielen anderen Begriffe, die in diesem Feld so rumschwören.
00:18:04: Zum Beispiel der umstrittene Begriff der Wende oder der Begriff der friedlichen Revolution, oder der deutschen Einheit.
00:18:11: Oder manche sprechen von einer Kolonisierung oder gar Kolonialisierung des Ostens und so weiteres gibt ja sehr viele Begriffe die insbesondere die postsozialistische Transformationen oder den Prozess der deutschen einheit nach nineteenhundert neunzig so beschreiben.
00:18:26: Und wir setzen uns mit all diesen begriffen in unserem lab auseinander.
00:18:30: das hattest du auch schon angedeutet juliane dass in dieser wanderausstellung auf die war noch zu sprechen kommen ich glaube das ist ja das was du gemeint hattet die du erarbeitest, der Begriff Transformation selber überhaupt ausgeklammert wird.
00:18:41: Was ja auch ganz interessant ist.
00:18:42: Es ist denn dann so dass diese Kommunikation intern mit den verschiedenen Fachbereichen oder auch Leuten, die sich von verschiedenen Perspektiven aus mit diesen Themen beschäftigen das auch ein bisschen abbildet vielleicht wie es gesellschaftlich auch unterschiedlich bewertet wird.
00:18:58: Diese Begriffe und diese Zeiten selbst auch könnte man das auch sagen.
00:19:03: Ich würde denken, dass es eine ganz schöne Entkopplung teilweise gibt von diesen Begriffen die in der Wissenschaft verwendet werden und den Begriff wie in der Öffentlichkeit verwendete werden.
00:19:15: Und das Lab dient auch dazu diese Kluft zu überbrücken oder diese Brücke zu schlagen.
00:19:21: Und deswegen gibt es ja eben nicht nur diesen Synthese Aspekt, dass wir also miteinander sprechen und voneinander lernen.
00:19:29: Sondern auch den Transferaspekt, das wir diese gesammelten Erkenntnisse, diese Wissensbestände aus den Achtundzwanzig-Teilnehmer Einrichtungen, die in die Gesellschaft tragen – und zwar mit ganz neuen und innovativen Formaten!
00:19:46: Die Wanderausstellung ist eines davon...
00:19:49: Ja eines davon, ihr hattet auch schon genannt Social Media zum Beispiel.
00:19:52: Ich glaube Publikationen auch.
00:19:54: Auch diese Moving Labs was ja dann ein Gesprächsformat ist wenn ich das richtig verstanden habe.
00:20:00: Julia vielleicht willst du noch mal so ein zwei Sätze erzählen zu diesen Moving Labs?
00:20:04: Wir haben es jetzt schon ein paar Mal angerissen.
00:20:07: wie sieht denn so eine Veranstaltung denn aus?
00:20:09: Moving Labs sind bei uns Veranstaltungen, mit denen wir an Orte gehen die von konkreten Transformationsprozessen betroffen waren oder auch betroffen sind.
00:20:18: Und wir gehen dabei sowohl in große Städte als auch im eher kleinere Städtel um da Gesprächsangebote zu machen und der Regel sind das so Veranstaltung die zwischen vier und sechs Stunden dauern und es gibt immer einen Teil wo es auch ein wissenschaftlichen Input gibt.
00:20:34: also wir laden Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus dem Leib zu dem jeweils passenden Thema kurz ein Input zu geben, aber der zweite und viel größere.
00:20:45: Ich will jetzt nicht sagen, auch wichtigere Teil ist es natürlich auch mit den Leuten vor Ort ins Gespräch zu kommen und dafür zu sorgen Diskussionen anzuregen.
00:20:54: Und dafür gibt es in der Regel sogenannte Erzählcafés die sich meistens auch noch thematisch nach Tischen sortieren wo jeder und jede auch so ein bisschen für sich selber entscheiden kann an welchem Tisch er oder sie sich gerne einbringen möchte.
00:21:10: Unabhängig von der quantitativen Dimension, das ist eigentlich immer die größte Bestärkung zu sehen wie aktiv sich die Leute auch an diesen Tischgesprächen einbringen und ihre eigenen Perspektiven teilen.
00:21:23: Und auch irgendwann sich ohne die Aufforderung durch einen Moderator oder eine Moderatorin Gespräche entspinnen und vielleicht auch in einer Richtung entwickeln, die wir vorher gar nicht so stark intendiert haben sondern eben auch dort lokale Impulse aufgreifen können.
00:21:39: Ich würde auf jeden Fall sagen, dass es die Möglichkeit für einen Dialog gibt und auch die Möglichkeit von beiden Seiten Fragen zu stellen und sich auf Augenhöhe zu begegnen und ins Gespräch zu kommen.
00:21:50: Und ich glaube ist das schon ein großer Unterschied ob man einer Wissenschaftlerin oder einem Wissenschaftler direkt gegenüber sitzt und auch ganz menschlich in den Austausch gehen kann und auch gemeinsam in der Kaffeepause nochmal kurz Fragen stellen kann, die man sich vielleicht gerade in der großen Runde nicht getraut hat nur Berichterstattung in den Medien liest und ich glaube das ist die Brücke, die da geschlagen wird.
00:22:14: Wie stellt man denn dann fest ob das auch funktioniert?
00:22:18: Also kommen dann Leute und ihr sagt dann okay ich war jetzt da es gab eine tolle Diskussion dass verbore ich als Erfolg oder sind das Klicks auf Instagram oder so?
00:22:28: oder wie stellt ihr denn fest dass dieser Prozess dann auch tatsächlich ins Rollen kommt sage ich mal.
00:22:33: Also das ist sowohl ein Quantitative als auch eine qualitatives Verfahren.
00:22:38: Also quantitativ können wir natürlich zählen, wie viele Leute kommen zu unseren Moving Labs oder wir können auch zähln ja wie oft werden unsere Kurzvideos auf TikTok oder auf Instagram?
00:22:50: angeklickt und wir werden sich ja auch irgendwie versuchen zu erheben, auf wenn es öffentliche Orte sind wie viele Leute die Ausstellung nächstes Jahr oder dieses Jahr und nächstes Jahre so besuchen werden.
00:23:02: Aber es gibt auch ein qualitatives Moment, wenn wir mal bei Social Media bleiben dann hinterlassen die Leute ziemlich engagiert auch Kommentare und wir sehen, dass da Diskussionen stattfinden.
00:23:14: Und dann sehen wir auch das wir Menschen erreichen die wir sonst vielleicht nicht erreichen mit unserer Wissenschaftskommunikation Position vorfinden, die wir ansonsten vielleicht nicht unmittelbar hören.
00:23:31: Dasselbe gilt auch für die Moving Labster kommen ja nicht nur auf fünfzig, sechszig, siebzig, achtzig Leute hin, sondern das Besondere an diesen Dialogveranstaltungen ist ja dass die Menschen miteinander ins Gespräch kommen und dann sehen wir welche unterschiedlichen Transformationserfahrung Sie dort an den Tischen bei unseren ACL Cafes usw.
00:23:50: mit bringen und mitdiskutieren.
00:23:53: Und insofern bringen sie auch was ganz Eigenes, was qualitatives dort mit ein.
00:23:57: Das hat auch einen performativen Wert, dass die Menschen anfangen über ihre eigenen Umbruchserfahrungen nachzudenken das zu reflektieren sich darüber auszutauschen vielleicht zum ersten Mal das auch auszusprechen anzusprechen auch zu hören wie es anderen Leuten ergangen ist.
00:24:17: Das ist auch ein Ergebnis an sich Und wir bemühen uns zum Beispiel indem wir Protokolle schreiben, indem wir sie einladen ihre Erinnerungen auf Postkarten festzuhalten.
00:24:28: Wir übermühlen es also auf verschiedene Art und Weise diese Erinnerung aufzugreifen und dann wiederum auch in die Forschung hineinzuführen.
00:24:36: Welche Rolle spielt denn da eigentlich Wissenschaft in solchen Prozessen?
00:24:39: Also ihr habt schon angesprochen das ja allein schon Begriffe wie Kolonisierung des Ostens beispielsweise, also der ehemaligen DDR oder der neuen Bundesländer.
00:24:49: Oder so Begriff über Name fällt dann manchmal Wände, friedliche Revolutionen total unterschiedlich auch teilweise politisch konnotiert ist, teilweise verbunden mit bestimmten geschichtspolitischen Erzählungen auch.
00:25:00: Also welche Rolle spielt denn diese Wissenschaft dort eigentlich?
00:25:05: Das klingt jetzt sehr emotional und auf Erfahrungswerte basierend.
00:25:10: Gleichzeitig gibt es ja Parteien wie die AfD zum Beispiel, die in den Hinblick auf die DDR eine sehr starke geschichtspolitisch motivierte Agenda fährt.
00:25:19: Ist das so dass da wissenschaftliche Erkenntnisse dann eigentlich überhaupt sonst gar nicht so relevant sind in diesem Diskurs?
00:25:27: Das ist der gute Frage.
00:25:28: und das ist natürlich etwas was die Geschichte insgesamt betrifft, die ja nicht allein die Historikerinnen gehört sondern auch dem Breitenfeld der Public History, der Geschichtspolitik im engeren Sinne aber auch der Erinnerungskultur.
00:25:42: Im weiteren Sinne und das ist immer eine Herausforderung, auch weit jenseits des Labs.
00:25:49: Das Ganze hat jetzt noch mal eine besondere Dimension nach der Corona-Krise bekommen wo es hier eine sehr breit verbreitete Wissenschafts Skepsis gab die sich sehr stark entwickelt hat einfach weil das Ganze mit so starken gesellschaftlichen Herausforderungen einherging und die Wissenschaft kaum mehr wusste als die Öffentlichkeit oder immer nur so einen halben Tag davor war sozusagen in ihren Erkenntnissen.
00:26:17: Und ich glaube, die Labs sind auch ein Stück weit eine Antwort auf diese grassierende Wissenschafts-Skepsis.
00:26:25: oder bei manchen Parteien und manchen Gruppierungen kann man sich ja auch von Wissenschaftsfeindschaft sprechen Und die Wissenschaften insgesamt sind unter Druck geraten, ihre Erkenntnisse zu vermitteln um auf diese Art und Weise auch ihre eigene Relevanz deutlichzumachen oder um es anders auszudrücken.
00:26:47: Was heute auf der Tagesordnung steht ist in einem ganz starken Maße die wissenschaftliche Resilienz.
00:26:52: das heißt dass die Wissenschaften ihre Freiheiten verteidigen.
00:26:56: aber das wird oft gepaart mit der Forderung, dann muss die Wissenschaft ihre Ergebnisse, ihre Forschung aber auch besser erklären damit.
00:27:05: Die Menschen sind ja auch die Steuerzahler, die Wissenschaft finanzieren überhaupt verstehen warum das ist.
00:27:10: Das gesagt haben möchte ich aber auch unterstreichen, dass die Freiheit der Wissenschaft und auch die Zweckfreiheit der Wissenschaft ein ganz, ganz hohes Gut ist.
00:27:18: Wir dürfen also nicht dorthin kommen, Wissenschaft nur zu betreiben um Gesellschaft zu erklären und Wissenschaft nurzubetreiben damit sie angewandt werden kann das sie eine unmittelbaren Anbildungsbezug bekommt sondern wir müssen die Grundlagenforschung betreiben, die nur den eigenen wissenschaftlichen internen Forschungslogiken folgt und diesen Spagat hinzubekommen.
00:27:46: Dafür dienen eben auch die Labs.
00:27:48: das also auf der einen Seite wissenschaftliche Spitzenforschungen getrieben wird und auf der anderen Seite der Transfer mit den Menschen gelingt.
00:27:55: und da ist es halt total wichtig dass es nicht nur ist die Wissenschaftler kommen dann in dieses Dorf und erzählen denen was sie rausgefunden haben es irgendwie sehr verdaulich zu verpacken, sondern sie müssen auch umgekehrt Interesse daran zeigen was die Menschen dort bewegt und das idealerweise auch in ihre Forschung dann wieder integrieren.
00:28:15: Das heißt die Wissenschaftskommunikation darf keine Einbahnstraße sein.
00:28:20: Und ich würde vielleicht noch ergänzen, also ich stimme Hanno Vollung ganz zu.
00:28:24: Aber ich denke diese Gespräche sind gerade auch dafür gut, auch darüber zu sprechen wie Wissenschaft eigentlich funktioniert?
00:28:31: Also wie eigentlich wissenschaftliches Arbeiten funktioniert das es auch in der Forschung immer wissenschaftliche Unsicherheiten gibt wo's vielleicht auch Lehrstellen gibt und auch das transparent zu kommunizieren, was natürlich in einem direkten Gespräch noch mal viel einfacher ist als jetzt im gedruckten Artikel oder in einem kurzen Statement.
00:28:51: Vielleicht thematisch noch eine Nachfrage, weil mich das interessiert.
00:28:54: Also du hattest von Kystrinkids gesprochen?
00:28:56: Hanno wir haben viel über DDR und Postsozialismus gesprochen.
00:28:59: ist es also so dass ihr da so einen Fokus auch drauf habt auf die neuen Bundesländer sag ich mal auf den Osten?
00:29:05: oder hattet ihr diese Moving Labs zum Beispiel auch im Reingebiet oder wo ja auch ne große Transformation von viel Schwerindustrie weg von viel schwerer Industrie stattgefunden hat.
00:29:17: Also ich hatte insgesamt bisher neun solche Moving Labs, davon hat streng genommen bis erst eins im Westen stattgefundet in Bremerhaven und da ging es um den Wandel der Werftindustrie.
00:29:31: aber wir versuchen trotzdem auch bei den anderen Moving Labs die alle im Osten statt gefunden haben übergreifende Perspektiven einzubringen.
00:29:39: Wir hatten zum Beispiel eines wo es um Industriekultur in ehemaligen Kraftwerksanlagen geht, das stand in Gräfen-Heinchen an Sachsen-Anhalt statt.
00:29:50: Und dort haben wir aber auch ein paar Experten eingeladen aus Bochum vom Bergbaumuseum was auch zur Leibnizgemeinschaft gehört.
00:29:59: In der Leibmiz Gemeinschaft sind ja auch viele Forschungsmuseen versammelt Und das war total spannend, wie die nämlich dann den Strukturwandel im Ruhrgebiet verglichen haben mit dem ultra schnell und krassen Strukturwandel im Osten in den sechsen analtenischen Tagebauen nach einem Jahrhundert neunzig.
00:30:19: Und wie sich das wiederum auf die heutige Industriekultur So auswirkt.
00:30:23: Und das ist eigentlich das Beste was so ein Lab machen kann, dass es halt die Menschen und auch die Forscherinnen miteinander in Dialog bringt und verschiedene Perspektiven eröffnet.
00:30:33: also wir haben einen starken Fokus bisher auf ostdeutschen Orten gehabt.
00:30:38: aber den nächsten Moving Labs und auch übrigens die Ausstellungsstandorte dazu wird Julia vielleicht gleich noch etwas sagen sind auch im Westen sind sogar mehrheitlich Im besten.
00:30:49: Das soll auch den Dialog zwischen Ost und West genauso befeuern wie den Dialogue zwischen Forschung und Öffentlichkeit.
00:30:57: Das ist dann also auch ein so Moment, Julia, um dich gleich nochmal anzusprechen, wo vielleicht die... Also kann ich mir vorstellen es auch?
00:31:03: Wo diese Ergebnisse aus diesen Moving Labs vielleicht auch Teil von Wanderausstellungen werden ja dann wiederum im Westen gezeigt werden, also Erfahrungswelten aus dem Osten in den Westen sozusagen auch ein bisschen transferiert und näher gebracht.
00:31:16: Wird das Teil sein von dieser Wanderausstellung eigentlich?
00:31:19: Es werden natürlich in der Wanderaustellung auch Themen aufgegriffen, die auch schon in den Moving Labs gespielt wurden.
00:31:26: Aber gleichzeitig wird es auch so sein dass die Wanderausstellung beispielsweise in Nürnberg auch von einem Moving Lab begleitet wird also wo wir die Gelegenheit nutzen, dass wir die Ausstellung dort vor Ort zeigen auch wieder ein Moving Lab dort zu veranstalten um eben noch mal mehr Aufmerksamkeit für beide Formate zu generieren.
00:31:44: Also inhaltlich haben wir eine zwei geteilte Ausstellung, weil das für uns den großen Vorteil hat dass wir sowohl ein Basisteil haben der an allen Orten gleich ist.
00:31:54: Das ist auch der größere Teil der Ausstellung und der ist hauptsächlich dafür da überhaupt erstmal die Themen die im Lab gespielt werden zu repräsentieren und einen möglichst breiten Überblick auch zu geben.
00:32:05: Dieses Basismodul, das gliedert sich in vier lebensweltlich orientierte Kapitel.
00:32:12: Das ist einmal Arbeit, das ist Wohnen, dass es Freizeit und Mobilität.
00:32:17: Und wir haben uns immer die Frage gestellt... Wie haben große gesellschaftliche Wandlungsprozesse in den letzten fünfzig-sechzig Jahren unsere Arbeit verändert, unser Wohnen verändert?
00:32:29: Unsere Freizeitgestaltung verändert oder unsere Mobilität verändert.
00:32:32: Und das spielen wir bei diesen Themen exemplarisch durch natürlich basierend auf der Forschung die auch innerhalb des Leibniz Labs passiert.
00:32:41: und dann – und das ist unser großer Vorteil – haben wir noch ein lokales Modul, dass an jedem Standort individuell gestaltet wird.
00:32:50: unseres Labs Patinnen gewonnen aus den... Beteiligten Leibniz-Instituten, die jeweils ein lokales Modul auch aufbereiten.
00:33:00: Inhaltlich und auch ihr Netzwerk mit einbringen um die Ausstellung mit zu bewerben.
00:33:05: Und so haben wir die Möglichkeit an jedem Standort noch mal ganz explizit lokales Thema zu spielen und eben auch vertiefen zu können in Bremerhaven.
00:33:13: Hanno hatte vorhin schon Bremerhafen angesprochen.
00:33:15: das ist vielleicht ein gutes Beispiel.
00:33:17: dort wird die Ausstellungen auch hinwandern und da wird es zum Beispiel darum gehen was eigentlich von Maritim Erbe im Bremerhaven noch übrig geblieben ist.
00:33:26: Bremerhaven war lange eine Werft- und Fischerei statt.
00:33:30: Und hat sich jetzt in den letzten Jahren aber stark oder in den Letzten Jahrzehnten stark gewandelt, und die Kolleginnen vom Deutschen Schifffahrtsmuseum haben in mehreren Workshops mit der Stadtgesellschaft die Frage diskutiert also wo ist das maritime Erbe?
00:33:44: In Bremer Hafen eigentlich noch sichtbar?
00:33:46: und was würde man sich vielleicht auch noch wünschen?
00:33:48: und diese Ergebnisse von den Workshobs werden auch ganz konkret dann im lokalen Modul zu sehen sein.
00:33:55: Und ist denn dann eigentlich die Arbeit, die ihr dort in dem Leibniz-Lab macht?
00:33:58: Kann das eigentlich dazu beitragen dass Leute sage ich mal in Zeiten des Umbruchs gerade ein Gefühl entwickeln.
00:34:05: Ich
00:34:06: kann das schaffen also eine gewisse Resilienz bei den Leuten durch vielleicht Verarbeitung von bereits erlebten umbrüchentransformationsprozessen durch vielleicht dieses Kennlernen von anderen Transformationsprozess oder ähnlichen Prozessen an anderen Orten.
00:34:20: glaubt ihr das kann da irgendwie wirken im Jetzt?
00:34:24: die Frage auf zwei Ebenen beantworten wollen.
00:34:27: Also ich glaube, auf der einen Seite ist dann natürlich die Forschung, also die Kollegen und Kolleginnen in den Leibniz-Instituten, die ganz aktiv zu Veränderungsprozessen forschen und sich auch mit Fragen auseinandersetzen.
00:34:42: Was hat sich verändert?
00:34:43: Warum hat es sich verändert oder welche Folgen haben die Veränderung eigentlich?
00:34:47: und die dann mit ihrer wissenschaftlichen Forschung ganz explizit dazu beitragen können, dass Gesellschaften besser auf Veränderungen vorbereitet sind.
00:34:55: Und auch reagieren können.
00:34:57: Und auf der anderen Seite haben wir das was wir jetzt hauptsächlich machen also die Wissenschaftskommunikation.
00:35:07: wichtigen Beitrag leisten, weil gerade Umbrüche und Veränderungsprozesse natürlich auch immer Raum geben für Versicherungen, für Ängste, für schlechte Erfahrungen.
00:35:16: Und genau diese Versicherung ja oft auch an Knüpfungspunkt sind für Desinformationen.
00:35:22: Ich glaube, genau da kann so ein Format wie unser Lab ansetzen in dem es eben auch belastbare Informationen zur Verfügung stellen kann und aber auch das Ohr in die Gesellschaft halten kann.
00:35:35: Und im Austausch sein kann, gucken kann.
00:35:37: wo gibt es offene Fragen?
00:35:39: Wo gibt es Redebedarf?
00:35:40: was sind die Dinge die noch diskutiert werden müssen und den wir stärker zuwenden sollten?
00:35:45: zum Abschluss nochmal eine Frage Was macht ihr denn eigentlich Ganz persönlich vielleicht auch in diesen Zeiten des Umbruches und den turbulenten Zeiten für eure ganz persönliche Resilienz, den Willen vielleicht auch durchzuhalten.
00:35:58: Vielleicht auch für Orientierung.
00:36:00: Habt ihr da irgendwas?
00:36:02: Ab und zu raus gehen in die Natur und alle Medien und anderen Kanäle abschalten und einfach auch mal im Moment sein.
00:36:11: Bei mir auch bei persönlichen Krisenmomenten und so weiter ist es eigentlich schon der Versuch des analytischen Blicks, also sozusagen mal neben sich zu treten.
00:36:21: Und das was wir sonst als Historiker und Historikerinnen immer machen, dass wir versuchen etwas so mit distanzanalytisch zu verstehen, auch auf das eigene Leben anzuwenden.
00:36:30: Die zweite Strategie ist glaube ich darüber zu sprechen Und das ist ja im Prinzip genau das, was wir auch mit den AC-Cafés machen.
00:36:39: Ich glaube, im Sprechen verfertigen sich die Gedanken und man beherrscht die Dinge dadurch besser.
00:36:47: Ja vielen Dank!
00:36:47: Ich hoffe dass hier beim Sprechnen und Zuhören sich auch ein paar Gedanken verfertigt haben und bedanke mich ganz herzlich für diese schöne Zeit für dieses Gespräch und wünsche euch da noch viel Erfolg.
00:36:57: auf jeden Fall!
00:37:00: Danke schön!
00:37:03: Ein bisschen mehr nach draußen gehen wäre für mich vielleicht auch ganz gut, denke ich.
00:37:07: Aber jetzt geht's erst mal raus aus dieser Folge des ZZF Podcasts!
00:37:11: Wenn ihr noch mehr über das Leibniz-Lab gesellschaftliche Umbrüche
00:37:14: und Transformationen
00:37:15: wissen wollt, dann schaut doch meine Shownotes – dort finden sich interessante Links zum Thema und Lektüre zum Weiterlesen.
00:37:22: Mein Name ist Tim Schleinitz und ich bedanke mich fürs
00:37:24: zuhören
00:37:25: und mitdenken und sage tschüss bis zum nächsten Mal.